Christine Brückner

Ihr Leben und Wirken

Arbeit als Herausgeberin

Neben ihrem umfangreichen literarischen Oevre engagierte sich Christine Brückner auch sehr erfolgreich als Herausgeberin, eine Tätigkeit, mit welcher sie schon 1960 reüssierte, nur wenige Jahre nach dem Erfolg ihres Erstlingswerkes von 1954. Für das kleine Bändchen “Botschaften der Liebe in deutschen Gedichten des 20. Jahrhunderts” wählte Brückner zeitgenössische Liebeslyrik des 20. Jahrhunderts aus, welche in exemplarischer Form Liebe, Lust und Leid insbesondere aus weiblicher Sicht darstellten und die deshalb mit dem literarischen Hauptanliegen von Christine Brückner absolut konform gingen.

Christine Brückner wählte die von ihr herauszugebenden Werke sehr sorgfältig unter dem Kriterium aus, ob diese ihre schriftstellerische Tätigkeit sinnvoll ergänzten. Damit lag ihr Hauptaugenmerk auf der Literatur ihrer Zeit, die sich derselben Themen annahm, die auch Brückner selbst bewegten und die sie in ihren eigenen Werken immer wieder reflektierte. Damit war die Bandbreite der in Frage kommenden Werke bereits fest umrissen: sie sollten die Stellung und die Bedeutung der Frauen in und für die Gesellschaft widerspiegeln, in lyrisch-poetischer Form Liebe und Freundschaft, aber auch Enttäuschung und Trauer thematisieren und im Idealfall eine Verbundenheit zur Heimat, ihrer Geschichte und ihren Menschen zur Grundlage haben. Eine christlich-gläubige Prägung war Christine Brückner dabei ebenso wichtig, wie sprachliche Anmut und Stil.

Ebenfalls eine Gedichtsammlung war der Band “An mein Kind. Deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts”, der 1962 erstmals erschien. Den Titel “An mein Kind” wählte Brückner, weil das 20. Jahrhundert – ihr Jahrhundert – bisweilen auch als “Jahrhundert des Kindes” bezeichnet worden war. Die enthaltenen Gedichte bilden gleichsam eine Zwiesprache zwischen geborenen wie ungeborenen Kindern und den Eltern, die ihnen Trost schenken in schwierigen Zeiten, ihnen helfen, das Glück des Augenblicks zu empfinden und gleichzeitig Mut machen für die Zukunft.

Nach über 20-jähriger Pause ihrer herausgeberischen Tätigkeit erschien dann endlich 1984 “Juist. Ein Lesebuch”, das dem Leser in poetischer Form die Nordseeinsel Juist näher bringt. Die Texte von Autoren wie Alfred Andersch, Peter Härtling, Ludwig Verbeek und vielen anderen wurde mit Zeichnungen von Liebhabern der Insel Juist illustriert und fangen die Atmoshpäre dieser Gegend in glänzender Weise ein. Sie sind bis heute noch für jedermann von Interesse, der Insel und Wattenmeer liebt.

Juist - Ein Lesebuch Erschienen 1984


1986 schloss sich der Band “Lesezeit. Eine persönliche Anthologie” an, in welchem Christine Brückner Texte verschiedener Autoren sammelte, die sie damit gleichsam als Gäste einlud. Darunter finden sich Personen aus der Literatur ebenso wie tatsächlich existierende Menschen, wie Penelope, die Frau Rath Goethe und das Schulmeisterlein Wutz bis hin zu Loriot (mehr zu Loriot unter spiegel.de), die ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Betrachtungen über Glück und Leben anstellen.

“Mein Pummerer-Brevier” ist eine heiter-groteske Lyrik von Otto Heinrich Kühner, dem zweiten Ehemann von Christine Brückner, mit dem zusammen sie auch als “einzige funktionierende Autorengemeinschaft” Deutschlands bezeichnet wurde. Seine sicherlich bekannteste literarische Schöpfung war die als “Pummerer” bezeichnete Kunstfigur, die lange Zeit in einigen der größten deutschen Zeitungen, so in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Rundschau und der Zeit, ihr “poetisches Unwesen” trieb. Die Höhepunkte aus der “Vita” des Pummerers wählte Chrisine Brückner aus und gab sie in diesem Brevier 1996 heraus, wenige Monate, bevor sowohl der Verfasser, ihr Mann Otto Heinrich Kühner, als auch sie selbst verstarben.