Christine Brückner

Ihr Leben und Wirken

Die Stiftung Brückner-Kühner

Die Stiftung Brückner-Kühner mit Sitz in Kassel wurde bereits 1984 von dem Ehepaar Brückner/Kühner gegründet mit der Aufgabe, die zeitgenössische Literatur sowie die Kultur der deutschen Sprache zu fördern. Zentrales Anliegen der Stiftung Brückner-Kühner war es von Anfang an, besonders die humoristische Literatur und das Komische in der Gegenwartsliteratur zu unterstützen und zu fördern. Dabei gilt ein Hauptaugenmerk auch den modernsten Formen von Literatur auf nationaler wie internationaler Ebene. Nach dem Ableben des Schriftstellerpaares wurde ein weiteres Aufgabengebiet der Stiftung die Erinnerung an das Leben und das Werk der Stiftungsgeber.

Schon ein Jahr nach Gründung der Stiftung Brückner-Kühner wurde 1985 erstmals der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben (eine Liste mit den Preisträgern ist hier zu finden), der vor allem für Otto Heinrich Kühner von besonderer Bedeutung war. Einmal pro Jahr wird seither dieser mit jeweils 10.000 € dotierte Preis vergeben Er ist laut Satzung für Autoren gedacht, deren “Werk vom Grotesk-Komischen auf hohem künstlerischen Niveau geprägt ist”. Damit wird in exemplarischer Weise die Vorliebe für das Groteske und Komische mit der Liebe zu einer von hoher Formulierungskunst geprägten Sprache verbunden, die Christine Brückner ein Leben lang bewiesen und gelebt hat. Der Preisträger wird alljährlich von einer Jury in Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel aus Vorschlägen von verschiedenen Verlagen ausgewählt. Die Preisverleihung selbst erfolgt im Rathaus von Kassel.

Im Rathaus zu Kassel findet die alljährliche Verleihung des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor statt


Es ist kein Wunder, dass der allererste Preisträger der bekannte Humorist Vicco von Bülow alias Loriot war: wie wohl kein zweiter Künstler seiner Zeit hat Loriot alle Voraussetzungen für diesen Preis erfüllt, der ihm 1985 verliehen wurde. Mehr zum Leben und Wirken Loriot’s ist unter anderem in der Süddeutschen Zeitung zu finden. Unter den Preisträgern der Folgejahre finden sich Namen wie Ernst Jandl, Volker Klotz oder Ulrich Holbein.

Seit 2004 lobt die Stiftung Brückner-Kühner auch noch alljährlich den “Förderpreis Komische Literatur” aus, der grundsätzlich nur an Autoren vergeben wird, die das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Dieser Preis ist mit 3.000 € dotiert.

Nach dem Ableben des Ehepaares Ende 1996 wurde ihr Wohnhaus in der Hans-Böckler-Strasse 5 in Kassel ab 1997 Sitz der Geschäftsstelle der Stiftung Brückner-Kühner, es dient seither gleichzeitig als Museum zur Erinnerung an Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner und kann besichtigt werden.

Neben diesen Preisen versteht sich die Stiftung Brückner-Kühner, ganz im Sinne des Ehepaares, vor allem als Zentrum zeitgenössischer Literatur, in welchem verschiedenste Aktivitäten, wie etwa Lesungen und Ausstellungen organisiert werden. Diese müssen humoristische literarische Werke zum Thema haben und in Bezug auf ihre Sprachkunst den Ansprüchen der Stiftungsgeber Genüge leisten.

Alle zwei Jahre organisiert die Stiftung Brückner-Kühner das Kasseler Komik Kolloquium, das inzwischen auch international viel Beachtung gefunden hat, da es in seiner Form und mit seiner ausschließlichen Betonung der grotesken und komischen Literatur einzigartig in Europa ist. Nur hier gibt es tatsächlich eine echte “Humorforschung”, die sich mit den kulturellen Hintergründen für das Entstehen von Komik, die Bedeutung des Humors ganz allgemein und dessen Verwendung in Literatur und Kultur beschäftigt. Abgehalten wird das Kolloquium in einer drei Tage währenden wissenschaftlichen Fachtagung, während welcher bekannte Humorforscher aus verschiedensten Bereichen ein speziell festgelegtes Thema im Bereich der Komik diskutieren. Nach dem Ende einer jeden Tagung werden deren Ergebnisse in einem neuen Exemplar der Schriftenreihe “Kulturen des Komischen” niedergelegt und damit der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Finanziert werden die zahlreichen Aufgaben der Stiftung Brückner-Kühner vor allem aus dem Nachlass des Ehepaares, das seinen gesamten Besitz, das Haus sowie sein eigenes literarisches Vermächtnis in diese Stiftung einbrachte.